Therapeutisches Reiten

Das therapeutische Reiten ist eine psychotherapeutische Förderung, die den Menschen ganzheitlich-emotional, körperlich, sozial und auf kognitiver Ebene anspricht.

Dabei dient das Pferd in der tiergestützten Therapie als überdimensionaler Spiegel bzw. Biofeedback, das innere Prozesse äußerlich sichtbar werden lässt.

Bei der Kontaktaufnahme mit dem Pferd geht es um das Berühren, berührt werden, und um das Zulassen und Erleben der Körpernähe, sowie Erspüren der eigenen Körpergrenze. Die intensive körperliche Nähe zum Pferd kann Berührungsängste abbauen, und die Sehnsucht nach Liebe, Wärme und Geborgenheit stillen.

Das Sitzen und “Geführt werden” auf einem ungesattelten Pferd ermöglicht intensives erspüren der Wärme und Bewegung  des Pferderückens.

Was kann in der Reittherapie gefördert werden?

Körperwahrnehmung: Im Bewegungsrhythmus mit dem Pferd lernt der Mensch seinen Körper zu spüren, er erfährt Körperkontakt, lernt Nähe auszuhalten und zu geben.

Emotionen: Das Pferd spiegelt Emotionen ganz direkt und unverfälscht wieder und macht dadurch innere Prozesse sichtbar.

Sozialverhalten: Im Kontakt mit dem Pferd kann Vertrauen neu erlernt werden. Man kann sich willkommen fühlen.

Kognitive Ebene: Das Reiten fördert Konzentration und Ausdauer.

Therapeutisch werden alle Tätigkeiten mit und um das Pferd genutzt. Die einzelnen Schritte und deren Bedeutung in der Reittherapie werden hier nun erklärt:

1. Pflege und putzen des Pferdes

Dies fördert:

Beziehungsaufnahme

Erwerb von praktischen Fähigkeiten

Abbau von Berührungsängsten

Förderung der Achtsamkeit

Eingehen auf Bedürfnisse anderer

Es geht dabei nicht in erster Linie um ein “sauber machen des Pferdes”, sondern vielmehr um eine Intensivierung des Körperkontaktes. Dabei können Emotionen entstehen – Wohlbefinden, Freunde, aber auch Angst und Ekel. Es geht dabei auch um Berühren/Berührt werden, und um das Zulassen und Erleben von Körpernähe.

Man lernt wahrzunehmen, wo und wie das individuelle Pferd sich gerne berühren und verwöhnen lässt- und wo es eigene Bedürfnisse gibt, sich dem Pferd zu nähern. Dadurch wird das Fremd-Selbstempfinden gestärkt.

Es geht aber auch um ein Gruppenleben, z.B. wer leitet wen an und inwiefern kann der Einzelne Unterstützung einfordern und annehmen.

2. Getragen werden, auf dem Pferd Geführt werden 

Das sitzen und ”Geführt werden” auf einem ungesattelten Pferd, das nur mit Decke ausgerüstet ist, ermöglicht das …………………………………………………………………

Diese harmonische Bewegungen des ganzen Körpers fördern.

Die eigene Körperwahrnehmung , Koordination und Motorik lösen unter Umständen Verspannungen oder Rückenschmerzen und stimulieren das seelische Fühlen und Empfinden.

Gleichzeitig geht es auch um Themen wie: Ausgehalten werden, Halt spüren, Getragen werden und Loslassen.

Je besser man loslässt, desto besser kommt man in die Bewegung des Pferdes. Bildhafte Übungen helfen schnell die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern und sein Gleichgewicht auf dem Pferd zu finden.

Die Energie kommt besser ins Fließen und Blockaden können sich lösen.

Das Sitzen auf dem warmen Pferderücken, das Vertrauensvolle sich einlassen in die harmonische gleichmäßige Bewegung, das Finden und Erleben des eigenen Schwerpunkes, sowie das Getragenwerden sind Erlebnis, die an das Getragenwerden im Muterleib oder auf den Arm der Muter erinnern, und sehr heilsam sein können.

Manchmal spürt man aber auch seine Unlebendigkeit des Körpers, seine innere Anspannung der eventuellen Blockade. Diese können durch die dreidimensionale Schwingungen des Pferdes und bestimmten Körperübungen gelockert oder sogar gelöst werden.

Es geht aber auch um ein spielerisches kennenlernen eigener Fähigkeiten und das Spüren und Annehmen des eigenen Körpers.